Trauma-sensibles Yoga, Didaktik & Lehrpersönlichkeit
Trauma-sensibles Yoga bedeutet nicht, therapeutisch zu arbeiten oder Menschen zu analysieren. Es bedeutet, Yoga so zu unterrichten, dass Sicherheit, Orientierung, Selbstwahrnehmung und Wahlmöglichkeiten entstehen können. Gerade im Yoga begegnen wir Menschen mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen, Nervensystemzuständen und Grenzen – oft ohne zu wissen, was jemand mitbringt.
In dieser Weiterbildung geht es um eine achtsame, klare und verantwortungsvolle Unterrichtshaltung. Die Teilnehmer:innen lernen, wie Yoga regulierend wirken kann, ohne Druck aufzubauen oder Menschen zu überfordern. Dabei stehen nicht besondere „Trauma-Übungen“ im Mittelpunkt, sondern Sprache, Raumgestaltung, Tempo, Stimme, Präsenz, Berührung, Grenzen und die innere Haltung der Lehrperson.
Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf dem Nervensystem. Stress, Anspannung, Rückzug, Erstarrung oder Überforderung zeigen sich nicht immer deutlich. Deshalb braucht es im Unterricht ein feines Gespür dafür, wann Menschen Sicherheit, Orientierung, Erdung oder mehr Wahlfreiheit benötigen. Yoga kann hier unterstützen – aber nur, wenn es sensibel und gut dosiert angeleitet wird.
Didaktik und Lehrpersönlichkeit spielen dabei eine zentrale Rolle. Wie leite ich klar an, ohne autoritär zu wirken? Wie gebe ich Orientierung, ohne zu kontrollieren? Wie formuliere ich Einladungen statt Anweisungsdruck? Wie gehe ich mit Stille, Emotionen, Berührung und individuellen Grenzen um?
Diese Weiterbildung verbindet Nervensystemwissen, Psychologie, Unterrichtsdidaktik und Selbstreflexion. Ziel ist es, Yogalehrer:innen mehr Sicherheit im Umgang mit sensiblen Situationen zu geben und die eigene Lehrerpersönlichkeit bewusster zu entwickeln.
Es geht nicht darum, Yoga zur Therapie zu machen. Es geht darum, Yoga menschlicher, klarer und verantwortungsvoller zu unterrichten.
Inhalte des Moduls
Grundlagen trauma-sensibler Yogapraxis
Abgrenzung von Yoga, Therapie und psychologischer Begleitung
Nervensystem, Stressreaktionen und Selbstregulation
Kampf, Flucht, Erstarrung und Überforderung im Unterricht erkennen
Sicherheit, Orientierung und Wahlmöglichkeiten als Unterrichtsprinzipien
klare Sprache statt Druck und Überforderung
Einladung statt Korrekturzwang
Berührung, Nähe und Grenzen im Yogaunterricht
Stimme, Tempo, Raumführung und Präsenz bewusst einsetzen
Meditation und Atemarbeit trauma-sensibel anleiten
Didaktik für sensible Gruppen und individuelle Bedürfnisse
Reflexion der eigenen Lehrerrolle und Lehrpersönlichkeit
professionelle Verantwortung und klare Grenzen im Unterricht
Format
Freitag: 17:00 – 20:00 Uhr
Samstag: 09:00 – 17:00 Uhr
Sonntag: 09:00 – 16:00 Uhr
Teilnahmegebühr: 328 Euro
inklusive Handout und Teilnahmebescheinigung.